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Abzockerei über Kontaktbörsen

03.06.2008 - Betrüger finden immer wieder neue Wege, um an das Geld von gutgläubigen Opfern zu gelangen. Eine immer öfters auftretende, lukrative Betrugsmethode ist jene über Kontaktbörsen bzw. Chatforen im Internet. Auch hier gilt, Vorsicht walten und sich nicht zu unüberlegten Zahlungen verführen zu lassen.

Social Engineering – so nennt sich die manipulative, zwischenmenschliche Beeinflussung mit dem Ziel, durch Vortäuschen falscher Tatsachen an Daten oder Geld zu kommen. Die Methode ist in etwa immer dieselbe. Durch die Annahme einer falschen Identität suchen sich die Betrüger Opfer in Kontaktbörsen oder Chatforen aus. Interessen und Bedürfnisse werden ausfindig gemacht und mittels Komplimenten und Versprechungen Sehnsüchte geweckt. Die Kriminellen erschleichen sich über mehrere Wochen geschickt das Vertrauen der Opfer und bauen eine ‚Internet-Beziehung’ auf.

Durch Unwahrheiten zu Geld kommen

Unter der Vorspielung falscher Tatsachen erwecken die Täter schliesslich das Mitleid der Opfer und schaffen es, sie zur Zahlung einer hohen Geldsumme zu animieren. Die vorgebrachten Gründe für das benötigte Geld sind kreativ und vielfältig. Es wird ein Flugticket für ein persönliches Treffen benötigt oder ein angeblich tragischer Todesfall in der Familie macht eine sofortige finanzielle Unterstützung nötig. Aufgrund der Eile muss das Geld nicht auf ein Konto, sondern per Bargeldtransfer übermittelt werden. Sobald die Betrüger das Geld bekommen haben, brechen sie den Kontakt ab und lassen nie wieder von sich hören.

Geschickte Betrüger – Fälle auch in Liechtenstein

Die Kriminellen gehen bei der wochenlangen Kontaktpflege sehr professionell und psychologisch geschickt vor. Sie suchen die Opfer meist gezielt aus, gehen auf deren Bedürfnisse ein und manipulieren sie so lange, bis die Opfer ihnen vertrauen und bedenkenlos Geld überweisen. Die Betrüger stammen meistens aus dem Ausland und haben sich europaweit bereits hohe Summen erschlichen. Mittlerweile ist auch bei der Landespolizei eine Anzeige einer geschädigten Person eingegangen, welche aufgrund von Versprechungen der Täterschaft eine Überweisung von mehreren Tausend Franken ins Ausland getätigt hat. Auch hier suchte der Täter nicht die ‚ewige Liebe’, sondern vielmehr das schnelle Geld.

Tipps

  • Seien Sie bei Kontaktbörsen im Internet vorsichtig und nicht zu leichtgläubig
  • Lassen Sie sich möglichst überprüfbare Angaben zur Identität der Internetbekanntschaft geben 
  • Tätigen Sie keine Zahlungen mittels Bargeldtransfer Service an unbekannte Personen (Western Union, etc.) 
  • Kontrollieren Sie den Namen, das Pseudonym und die E-Mailadresse der anderen Person. Oftmals bestehen in Suchmaschinen bereits konkrete Warnungen 
  • Auch wenn bei der Prüfung der Identität nichts herauskommt, denken Sie daran: Identitäten lassen sich in der virtuellen Welt des Internets schnell fälschen


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